Leitbild der Akademie

Leitbild und Ziel

Wir schaffen eine innovative, kollaborative und lernortübergreifende Akademie als zentrale Anlaufstelle für die berufspädagogische Weiterbildung. Unsere Vision ist es, die Akteure der beruflichen Bildung zu unterstützen, ihre berufspädagogischen Fähigkeiten und Kenntnisse kontinuierlich weiterzuentwickeln sowie die täglichen Herausforderungen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Menschen jeden Alters im Kontext der beruflichen Bildung zu bewältigen.

Unsere Akademie versteht sich als Brücke zwischen der wissenschaftlich fundierten berufspädagogischen Hochschulbildung und der praxisorientierten berufspädagogischen Qualifizierung in der beruflichen Bildung. Durch unser Weiterbildungsangebot verbinden wir Forschungsergebnisse mit den Anforderungen an den verschiedenen Lernorten in der beruflichen Bildung.

Mit der Akademie eröffnen wir dem beruflichen Bildungspersonal unabhängig von ihrem beruflichen Hintergrund oder ihrer Vorbildung einen Zugang zu qualitativ hochwertigen berufspädagogischen Weiterbildungsangeboten und fördern so deren Professionalisierung. Indem wir in unseren Weiterbildungsangeboten gezielt das Berufsbildungspersonal von unterschiedlichen Lernorten zusammenbringen, stärken wir die Kooperation. Getragen wird die Akademie von der Universität Osnabrück und dem Institut für Forschung, Training und Projekte (iftp) im bfw. Mit unserem gemeinsamen Akademieangebot tragen wir langfristig dazu bei, eine nachhaltige und vielfältige Lernlandschaft aufzubauen, die dieDurchlässigkeit zwischen hochschulischen und beruflichen Bildungsangeboten fördert.

Grundsätze

  1. Kooperation der Lernorte: Wir fördern den Austausch zwischen dem beruflichen Bildungspersonal unterschiedlicher Institutionen und Handlungsfelder.
  2. Innovation: Wir entwickeln berufspädagogische Weiterbildungsangebote, um den Bedarfen des beruflichen Bildungspersonals in der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden.
  3. Verbindung von Theorie und Praxis: Um die Relevanzwahrnehmung zu erhöhen und die Vermittlung zu verbessern, werden die Lerninhalte systematisch mit Praxisbeispielen verknüpft.
  4. Transparenz: Erwartungen, Lernumfänge, Lernziele und Teilnahmeanforderungen sowie Anforderungen im Rahmen von Lernerfolgskontrollen werden klar und nachvollziehbar kommuniziert.
  5. Chancengleichheit und Toleranz: Wir setzen uns dafür ein, Menschen unabhängig von ihren persönlichen Hintergründen Zugang zu Bildungsinhalten und -angeboten zu ermöglichen. 
  6. Demokratie: Mit unserer Akademie vertreten wir demokratische Werte wie Offenheit, Toleranz und Respekt. 
  7. Sozialpartnerschaft: Wir pflegen eine Zusammenarbeit, in der gegenseitiges Vertrauen, Dialog und gemeinsame Verantwortung im Mittelpunkt stehen. Durch die enge Einbindung von Mitarbeitenden, Bildungspartnern und gesellschaftlichen Akteuren schaffen wir ein lernförderliches Umfeld, das die Anerkennung des Bildungspersonals fördert und weiterentwickelt.
  8. Qualität: Wir sichern die Qualität unserer Angebote durch einen Qualitätssicherungsprozess während der Entwicklung der Angebote, durch regelmäßige prozessbezogene Evaluationen sowie durch eine kontinuierliche Anpassung an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und berufspädagogische Bedarfe unserer Zielgruppe.

Zielgruppen

Die Zielgruppe setzt sich zusammen aus:

  1. Ausbilder:innen in Betrieben sowie ausbildendes Fachpersonal

Ausbilder:innen und ausbildendes Fachpersonal begleiten Lernende im betrieblichen Alltag. Die Personen zeichnen sich im Besonderen durch ihre Fachpraxisexpertise aus. Sie weisen zudem berufs- und sozialpädagogische sowie didaktische Kompetenzen auf.

  1. Bildungspersonen an Überbetrieblichen Bildungsstätten (ÜBS)

Bildungspersonen in ÜBS, d. h. qualifizierte Ausbilder:innen, Berufspraktiker:innen bzw. Dozierende, ergänzen die betriebliche und schulische Ausbildung durch Lernangebote, die in den einzelnen Ausbildungsbetrieben nicht vorgehalten werden können. Zusätzlich sind diese Bildungspersonen in einer Vielzahl von beruflichen Weiterbildungsangeboten der ÜBSen tätig.

  1. Weiterbilder:innen in Betrieben

Betriebliche Weiterbildner:innen qualifizieren Mitarbeitende zielgerichtet im Kontext aktueller und veränderter Anforderungen im betrieblichen Umfeld, z. B. im Zusammenhang neuer Technologien und betrieblicher Organisationsprozesse. Sie zeichnen sich häufig durch Expert:innenwissen aus.

  1. Lehrkräfte an (staatlichen und privaten) beruflichen Schulen

Lehrkräfte an (staatlichen und privaten) beruflichen Schulen vermitteln in sehr unterschiedlichen beruflichen Bildungsangeboten fachtheoretische und fachpraktische Inhalte und begleiten und beraten die Lernenden.

  1. Trainer:innen/Coaches, Dozierende und Weiterbildner:innen

Diese Akteure, meist in der beruflichen Fortbildung, der non-formalen Erwachsenenbildung bzw. non-formalen und informellen betrieblichen Weiterbildung tätig, unterstützen individuelle Lernprozesse und gestalten flexible Weiterbildungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen. Sie zeichnen sich durch spezifisches Expert:innenwissen aus und sind häufig freiberuflich tätig.

Lernortkooperation

Wir verstehen Lernortkooperation als zentralen Baustein qualitativ hochwertiger beruflicher Bildung, insbesondere in den verschiedenen dualen beruflichen Bildungsangeboten. Lernortkooperation führt zur Erhöhung von Lernwirksamkeit und Transfer durch die Verbindung von Theorie und Praxis.

Unser Ziel ist es, das berufliche Bildungspersonal zu befähigen, die Potentiale von Lernortkooperation zu (er-)kennen, zu reflektieren und aktiv zu gestalten sowie am eigenen Lernort zu evaluieren, um somit einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung zu leisten.

Wir geben Impulse zur professionellen Planung, Umsetzung und kontinuierlichen Weiterentwicklung der Lernortkooperation in den jeweiligen Institutionen. Einblicke in unterschiedliche Lernorte und Austauschräume ermöglichen es, Wissen über die verschiedenen Lernorte der beruflichen Bildung und das dort tätige berufliche Bildungspersonal sowie die Lernbedingungen zu erwerben. Es wird ein gegenseitiges Verständnis füreinander aufgebaut. Möglichkeiten sowie Umsetzungswege von Lernortkooperation werden identifiziert. Einblicke in unterschiedliche Praxisbeispiele für (nicht) gelingende Lernortkooperation sollen Impulse für die Umsetzung im eigenen beruflichen Handlungsfeld setzen (z.B. Schaffung verbindlicher Strukturen für eine nachhaltige Zusammenarbeit). Ebenso soll die Lernortkooperation praxisorientiert vermittelt und erlebbar gemacht werden, indem u.a. Hospitationen in verschiedenen Lernorten erfolgen.

Didaktischer Ansatz zur Ausgestaltung der Lehr-/Lernangebote

Unsere Akademie verfolgt einen kompetenzorientierten Ansatz. Im Mittelpunkt stehen die Lernenden (Subjektorientierung), die gezielt in der Entwicklung und Stärkung ihrer beruflichen Handlungskompetenzen unterstützt werden, um damit den Anforderungen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung erfolgreich begegnen zu können. Dabei wird das Lernen als ein aktiver, individueller und sozialer Konstruktionsprozess verstanden, sodass auf Grundlage dieses konstruktivistischen Lernverständnisses Lernumgebungen geschaffen werden, die zum Entdecken, Reflektieren und eigenständigen Gestalten von Wissen anregen.

Unsere Akademie bietet eine flexible und bedarfsorientierte Lernumgebung, die es ermöglicht, individuelle Bedarfe und Interessen zu berücksichtigen. Dabei wird in den Weiterbildungsangeboten sowohl auf die Möglichkeiten einer digitalen Lernplattform als auch auf Angebote in Präsenz gesetzt.

Digitale Selbstlerneinheiten ermöglichen den asynchronen Kompetenzerwerb (Selbstlern­phase). Durch digitale Meetings (synchrone Online-Seminare) wird neben Präsenzphasen oder Vor-Ort Seminaren der Austausch und die Kooperation von Personen unterschiedlicher Lernorte gefördert.

Die in den unterschiedlichen Lernumgebungen eingesetzten Lehr-/Lernmaterialien dienen der Vermittlung, dem Selbststudium, der Wiederholung und als Impulsgeber. Dabei folgen die Materialien diesen Standards:

  • Zielgruppenorientierung: Sprache, Umfang und Gestaltung berücksichtigen die Heterogenität der Zielgruppen.
  • Aktivierende und interaktive Gestaltung: Die Materialien enthalten Aufgaben und Reflexionsimpulse, die motivieren und zum Mitdenken anregen. Die Lehreinheiten werden durch interaktive Aufgaben unterstützt.
  • Einheitliche Struktur und konsistentes Design: Die Lernplattform und Bausteine folgen festgelegten Vorgaben zu Aufbau (Bausteinmaske) und visueller Gestaltung (u.a. Corporate Design der Lerneinheiten).
  • Wissenschaftliche Fundierung: Unsere Inhalte basieren auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung und werden durch entsprechende Quellen belegt.
  • Praxisorientierung: Die Materialien enthalten Beispiele aus verschiedenen Lernorten aus dem Bereich der Aus- und Weiterbildung.
  • Barrierearme Gestaltung: Die Inhalte werden barrierearm aufbereitet, sodass alle Lernenden einen einfachen und verständlichen Zugang erhalten.
  • Sprachliche Vorgaben: Es wird eine inklusive Sprache, die alle Menschen respektvoll einbezieht und niemanden sprachlich ausschließt oder diskriminiert (z.B. genderneutrale Sprache) verwendet. Fach- und Rollenbezeichnungen werden einheitlich und entsprechend der Akademie-Vorgaben genutzt.
  • Datenschutzkonformität: Die Angebote der Akademie halten die geltenden Datenschutzrichtlinien ein.

Evaluation und Qualitätssicherung

Zur Qualitätssicherung setzen wir auf die Evaluation unserer Angebote. Die Ergebnisse der Evaluationen fließen in die fortlaufende (Weiter-)Entwicklung unserer Angebote ein.

Zudem wird die Qualität der Lehre und der Materialien durch einen kontinuierlichen Qualitätssicherungsprozess gesichert. Nach formalen, fachinhaltlichen und didaktisch/methodischen Kriterien werden die entwickelten Lehr-Lernangebote geprüft. Ein wesentliches Element dieses Prüfungsprozesses sind ein intern entwickeltes Tandem-System und eine Checkliste zur einheitlichen Qualitätsprüfung der Bausteine.

Durch die qualitätsgesicherten Angebote leisten wir einen wirkungsvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der berufspädagogischen Qualifizierung und Professionalisierung des beruflichen Bildungspersonals und tragen damit zu einem zukunftsorientierten und wirkungsvollen Kompetenzaufbau aller Lernenden in der beruflichen Bildung bei.